3b Don Diego
Gestern hatte ich ein sehr interessantes Telefonat über Herzinsuffizienz (was man damals Wassersucht nannte), Gerüche von Sterbenden bzw. Toten sowie Diabetes. Noch einmal vielen Dank an meinen alten Bekannten Arne, seines Zeichens Mediziner.
Das Gespräch hat mir bei meinem aktuellen Kapitel "Ruhe sanft" sehr geholfen, meine Ideen und das Geschriebene im Bereich des Machbaren zu lenken. Als Laie kann man ja viel schreiben, worüber Mediziner dann wohl eher den Kopf schütteln. Von daher war ich sehr froh, zu hören, dass ich gar nicht mal so falsch lag mit der Krankenhistorie einer meiner Nebenfiguren.
Auch sehr interessant war der kleine Exkurs über Schweineblut und wie es sich im Gegensatz zu Rinderblut verhält. Ich bleibe daher lieber bei Rinderblut - wobei ich die Handhabung mit Blut allgemein ja schon vor ein paar Wochen ausführlich lösen konnte.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mich für einen Roman mit derart makabren Themen auseinander setzen muss und darf an dieser Stelle gerne noch einmal versichern, dass die Verwendung von Blut in diesem Roman wirklich vollkommen harmlos ist und sich nur so dramatisch anhört.
Ebenso wie der Tod als normaler Teil des Lebens dazugehört.
Ich glaube nicht, dass ich mit meinen Beschreibungen zu drastisch sein werde (im Gegensatz zu manchen Szenen bei bspw. Diana Gabaldon - man denke an "Feuer und Stein" mit der Folterszene im 3/3 des Buches; huh! Diana hat schon so ihre Art, den Leser das Gefühl zu geben, mitten drin statt nur dabei zu sein...).
Letzten Endes entscheide aber nicht ich, wie die Szene auf den Leser wirkt, sondern er selbst. Von daher bin ich schon auf die Resonanz auf "Ruhe sanft" gespannt.
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 17. Nov, 12:03
27 mal gelesen
Letzte Woche fragte mich ein Leser, wie ich mich motivieren könne, so lange an einem Projekt zu arbeiten. Er selbst hätte es noch nicht geschafft, ein und die selbe Sache mehr als ein Jahr lang und sogar darüber hinaus zu verfolgen.
Ich hatte nicht parat, seit wann ich schon an Don Diego schreibe, aber ich habe gerade festgestellt, dass es in etwa siebzehn Monate her ist, seit ich mich der "Kakao"-Geschichte angenommen habe (Wie lange ich an Min-Tao schrieb, weiß ich im Moment gar nicht).
Ehrlichweise muss ich aber anmerken, dass ich im Juli 2008 umgezogen bin und mich dieser Umzug einige Wochen beschäftigt hat. Von daher dürfte ich mich vielleicht etwas mehr als dreizehn Monate ernsthaft mit Venezuela auseinandersetzen.
Dann gibt es die Hochs und Tiefs, die jedes Projekt begleiten, natürlich auch bei der Schreiberei. Viel Zeit verbringt man gar nicht mit dem Schreiben an sich. Ich habe erst kürzlich mehrere Tage verbracht, zu recherchieren, ob man 1845 schon mit der Eisenbahn durch Spanien fahren konnte - man konnte nicht, was mich ein wenig frustiert hatte, weil es den gesamten Zeitplan meines Plots durcheinander gebracht hat; immerhin ist es ein Unterschied, ob man in einer Kutsche oder per Zug Überland fährt. Aber ich habe auch hierfür eine akzeptable Lösung gefunden und konnte mich endlich wieder dem Schreiben widmen.
Ganz ehrlich: Wenn ich Geld hätte, ich würde jemandem zum Recherchieren einstellen! Diese nicht immer interessante Arbeit ist zuweilen recht ermüdend - da gefällt mir das Eintauchen in Szenen und Schauplätze viel besser!
Es sei denn, ich recherchiere Rezepte *lach* - DAS macht Spaß.
Was also ist das Geheimnis meiner Motivation?
Ganz ehrlich?
Es geht nicht anders. Ich MUSS schreiben.
Und wenn es nicht geht?
Für solche Fälle habe ich eine "Muse"...
Es gibt einen lieben Menschen, den ich anrufen kann, sobald ich in einem Schreibtief stecke. So demotivierend meine Stimmung vor dem Telefonat auch ist, bis jetzt habe ich jedes Mal einen Geistesblitz gehabt oder eine Szene plötzlich besser hinterblickt --- und spätestens am nächsten Tag drängte es mich wieder an den PC.
Von daher, liebe Biggi, danke ich Dir an dieser Stelle einmal öffentlich für Deine Unterstützung! Es tut gut, dass es Dich gibt!
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 11. Nov, 12:51
42 mal gelesen
Es ist soweit: Ich benötige ein Exposé.
Wieder eine Herausforderung, da man sich auf wenigen Seiten möglichst positiv präsentieren will - kurz und doch neugierig machend...
Im Internet findet man widersprüchliche Angaben, wobei mir diese Hilfe noch am besten gefällt:
Haus der Sprache: Was ist ein Exposé
Das Anfertigen des Exposés hat mir jedenfalls die Möglichkeit gegeben, mich etwas detaillierter mit dem Ende des Manuskirpts zu befassen: "Don Diego" wird wahrscheinlich aus sieben Teilen und ca. 22 Kapiteln bestehen (13 Kapitel habe ich bereits ausformuliert).
Ein passender Titel kristallisiert sich ebenfalls heraus, nachdem "Im Schatten der Kakao-Dynastie" bei meinem Mann lediglich Augenrollen erzeugt und meine Freundin mich bei "Kakao, die Liebe und der Tod" gefragt hat, ob ich einen Liebesroman schreibe. Nun, das eher nicht...
Allerdings will ich meine aktuelle Idee an dieser Stelle noch nicht verraten...
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 29. Okt, 15:30
26 mal gelesen
Im 3. Teil der Don Diego-Geschichte wird in einer Szene etwas Blut in einer Phiole benötigt. Von einem Leser wurde ich vor gut zwei Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass Blut außerhalb des Körpers doch sehr schnell gerinne und man im 19. Jahrhundert wohl kaum die Mittel gehabt habe, es flüssig zu halten.
Ich ging zunächst davon aus, dass Blut flüssig bleibt, wenn man es sofort in eine Flasche füllt und diese verkorkt; doch das ist nicht möglich, wie ich nach einer etwas längeren Recherche erfahren habe. Eine ortsansässige Landwirtin, die regelmäßig Schlachtungen durchführt, hat mir detailliert Auskunft gegeben, worüber ich mich sehr gefreut habe.
Hier also die Lösungs meines Problems:
(Zartbeseitete oder Vegetarier sollten jetzt vielleicht nicht weiterlesen...)
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Sobald das Tier - in diesem Fall ein Rind - getötet und aufgeschnitten ist, wird das Blut in einem Eimer aufgefangen und muss auf der Stelle umgerührt werden, bis das Eiweiß abbindet. Während man also kräftig rührt, bildet sich eine obere Schicht aus Schaum, die man abseien kann; darunter bleibt das Blut flüssig und kann in Behälter abgefüllt werden - ergo auch in eine kleine Phiole, die mit einem Korken abgedichtet wird; das Blut bleibt so auf jeden Fall mindestens einen Tag haltbar.
Wofür ich das Blut benötige, will ich allerdings noch immer nicht verraten; nur soviel, dass es sich um kein Ritual handelt. Der Grund ist ein für eine Frau in dieser Zeit überlebenswichtiger...
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 19. Okt, 13:07
86 mal gelesen
Hier noch ein paar Süßspeisen - nicht speziell aus Venezuela, aber weltweit verbreitet
Picarones
- 1 Tasse gekochten Kürbis oder auch Süßkartoffeln
- 1/4 Tasse Wasser, in dem der Kürbis gekocht wurde
- 3 Tassen Mehl
- 2 Tl Zucker
- 1 Pck. Backpulver
- 1 Tasse Milch
- 1 Tl Maisstärke
- 1 Prise Salz
- Öl zum Frittieren
Zubereitung
Zunächst den weichen, gekochten Kürbis pürieren.
Das Mehl sieben und zusammen mit
dem Backpulver,
dem Salz,
der Maisstärke und
dem Zucker zum Kürbis geben.
Nach und nach das Wasser und dann die Milch dazugeben und
zu einem Teig verkneten.
Das Öl heiß werden lassen.
Den Teig so gut es geht zu kleinen Ringen formen und im Öl frittieren
bis die Picarones goldbraun sind.
Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Fertig!
Buñuelos - Windbeutel
- 500 g Mehl, gesiebt
- 12 Eigelb
- 1 EL Zucker
- ½ TL Backpulver
- 2 EL Butter
- ½ Tasse Wein (Jerez, oder anderer)
- 1 TL Zimt
- Butter, flüssige
- 3 Tassen Sirup, Miel de Caña (Zuckerrohrsirup)
- Anis
- Salz
Zubereitung
Mehl und Backpulver mischen und zu einem kleinen Berg aufhäufen.
In die Mitte eine tiefe Mulde drücken.
Dort hinein Zucker, Eigelb und 2 EL Butter.
Alles gut vermischen.
Anis, Zimt, Wein und eine Messerspitze Salz hinzufügen und gut verkneten (bis der Teig nicht mehr klebt).
Teigkugel abdecken und 2 Stunden ruhen lassen.
Kleine Kugeln aus dem Teig formen und mit dem Nudelholz flach walzen.
Etwas Butter schmelzen.
Die flüssige Butter (oder Pflanzenfett) in einer tiefen Pfanne erhitzen und die Buñuelos braun frittieren.
Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Anschließend mit Zuckerrohrsirup übergießen und warm servieren.
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 14. Sep, 11:32
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Gestern brachte mir ein guter Freund ein Geschenk: eine 5 Centimos de Escudo-Münz von 1868. Es war seltsam, etwas in Händen zu halten, was Diego in der Hand gehabt haben könnte...
Die Münze ist bronzefarben und größer, als ein altes 5-Deutsche-Mark-Stück.
Ich habe mich sehr darüber gefreut. Sie liegt neben meinem Arbeitsplatz und bringt mich zum Lächeln, wenn ich in einer Schreibpause meinen Blick vom Bildschirm abwende...
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 13. Sep, 14:06
32 mal gelesen
Zur Zeit ist es hier ein wenig ruhiger. Das liegt daran, dass ich mit Recherchearbeiten beschäftigt bin.
Zum einen versuche ich herauszufinden, wieviel 1 Escudo 1869 in Venezuela wert war. Ich möchte unbedingt vermeiden, dass die von mir angesetzten horrenden Schulden eines Nebendarstellers im Grunde nicht mehr wert waren als eine Kuh oder ähnliches. Die deutsche Bundesbank hat mich an die Nationale Bank von Venezuela verwiesen, aber leider habe ich von dort noch keine Rückmeldung erhalten.
Nun versuche ich es über historische Immobilienwerte herauszufinden. Bin gespannt, auf welche interessanten Menschen ich bei dieser Suche treffe.
Der zweite Punkt war, herauszufinden, ob man 1869 schon von Venezuela nach Spanien telegraphieren konnte. Bis jetzt sieht es so aus, dass dies eher unwahrscheinlich war. Zwar gab es zu dieser Zeit wohl von New York Versuche, mit Europa zu telegraphieren - aber Venezuela ist Südamerika und ich denke nicht, dass Diego seine Hochzeit rechtzeitig bekannt geben kann.
Dies ist im Übrigen ein weiteres Thema, das zur Zeit ansteht: katholische Hochzeitsfeiern 1869. Auch hierzu gibt es einiges zu recherchieren.
Von daher hoffe ich, dass ich bald weiterschreiben und hier eine weitere kleine Leseprobe veröffentlichen kann.
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 4. Sep, 13:14
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Für alle die, die nach einem pabellòn criollo ein adäquates Desert servieren wollen, hier das Rezept zu einem typisch venezolanischem Nachtisch
Quesillo
Zutaten:
- 8 Eier
- 2 Dosen gezuckerte Kondensmilch
- Vanille oder Fruchtkonzentrat (z.B. Maracuja oder Zitrone)
- 1 Schuss Rum
Zubereitung:
Zucker in einem kleinen Topf auf dem Feuer karamelisieren lassen.
Eier, Kondensmilch und Geschmacksaroma zusammen in den Mixer.
Zusammen in einen kleinen Topf und im Wasserbad ca. 30 Minuten lang kochen.
Dann den kleinen Topf möglichst schnell umstürzen und
mit dem Karamelsaft übergießen.
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 17. Jul, 16:55
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Im zweiten Teil von
Don Diego wird ihm in einem Restaurant
Pabellón Criollo serviert:
"Serviert wurde ein üppig gefüllter Teller: eine Portion Reis, Brei aus schwarzen Bohnen und carne mechada – zerpflücktes Fleisch – in einer Tomatensauce. Das Ganze war eingerahmt von zwei dunkelbraun gebratenen Kochbananen."
Viele haben mich nach dem Rezept gefragt.
Et voilà:
Pabellón criollo - das Nationalgericht der Venezolaner
Für die Fleischzubereitung:
- 1 kg Rindfleisch (Suppenfleisch)
- 500 g Tomaten
- 2 Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- Öl
- 1 EL Tomatenmark
- 1 TL Salz
- Pfeffer
- Koriander (nach Belieben)
Das Fleisch etwa 1,5 Stunden kochen. Das gare Fleisch mit den Händen in kleine Stücke zerpflücken: Das geschieht, indem man mit der Hand die Fasern aus dem Fleischstück zupft bis alles zerlegt ist (Es erinnert eher an 'zerreißen' denn zerpflücken).
Die Tomaten und Zwiebeln in Würfel schneiden und die Knoblauchzehen zerdrücken.
Dann in einem Topf das Öl erhitzen, Zwiebeln und Tomaten anbraten, das Tomatenmark dazu und mit Salz, Pfeffer und Koriander abschmecken. Die Fleischfasern dazugeben und das Ganze dann eine weitere halbe Stunde köcheln lassen.
Für die Bohnenzubereitung:
- 500 g schwarze Bohnen (caroatas negras)
- 2 Zwiebeln, gewürfelt
- Wasser
- Salz, Pfeffer, Koriander und Knoblauch nach Belieben
Bereits am Vorabend die schwarzen Bohnen waschen und über Nacht in einem Topf mit Wasser einweichen lassen.
Die eingeweichten Bohnen abtropfen lassen und dann mit den gewürfelten Zwiebeln anbraten. Dazu nun etwas Wasser, Salz, Pfeffer und nach Belieben noch ein wenig Koriander und Knoblauch dazugeben.
Alles ungefähr 1,5 Stunden köcheln lassen bis eine Art Bohnenbrei entsteht (gegebenenfalls zwischendrin etwas Wasser oder Gemüsebrühe nachschütten).
Für die Beilagen:
- 1 Kochbanana (plátanos fritos)
- Öl
Die Kochbanane wird in zwei Streifen geschnitten und in etwas Öl goldbraun gebraten.
Den gekochten Reis auf einem Teller in die Mitte geben, die Bohnen und das Fleisch oben und unten anrichten, die Bananenscheiben als Rahmen. Fertig!
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 15. Jul, 12:58
51 mal gelesen
Dieses Thema hat mit "Don Diego" nur am Rande zu tun. Dennoch erscheint es mir wichtig: Bei meiner Recherche-Arbeit bin ich auf einen vodpod-Beitrag gestoßen, der mich bewegt hat.
Als die Preise für Kakao auf dem Weltmarkt fielen, suchte die Designerin Felicite Mai nach Möglichkeiten ein Auskommen zu finden. Sie holte sich alte Säcke von Lageristen, bereitete sie auf, färbte sie teilweise ein und schneiderte daraus Kleider:
Mode von Felicite Mai
Ihr großer Traum ist es, der Welt eine eigene Kollektion präsentieren zu können, um auf sich und ihr Land aufmerksam zu machen - und um auf die Lebensbedingungen der afrikanischen Bevölkerung hinzuweisen.
Ich wünsche Felicite Mai dabei viel Glück und hoffe, mit meinem kleinen Hinweis, einen Beitrag zu leisten, sie bekannter zu machen.
Mehr zu Felicite Mai und ihrer Arbeit:
Photos von Felicite Mai´s Arbeit
Jezebel-Artikel über "Kakao"-Couture
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3b Don Diego
Franca-Lombardi - 6. Jul, 09:53
48 mal gelesen